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Was wir wissen – und was nicht

Erdblick zeigt Zahlen für die Jahre 2026 bis 2050. Nicht alle Zahlen sind gleich sicher. Manche hat jemand gemessen. Manche hat ein Forschungsinstitut berechnet. Manche haben wir selbst weitergeführt.

Auf dieser Seite steht, welche Zahl welche Art ist, was fehlt und was das für dich bedeutet. Unsere Regel: Wir erfinden keine Zahlen. Wenn wir etwas fortschreiben, sagen wir es.

Dieser Text ist fest geschrieben. Eine KI schreibt ihn nicht bei jedem Besuch neu. Die Jahreszahlen und Werte kommen aus denselben Dateien wie die Karten.

Drei Arten von Zahlen

So erkennst du es auf der Startseite: Eine durchgezogene Linie ist gemessen. Eine gestrichelte Linie ist berechnet oder fortgeschrieben. Unter „Quelle“ steht bei jeder Karte, welche Art es ist.

Zahlen zusammenzuführen ist schwer

Zwei Quellen können dasselbe Wort benutzen und etwas anderes meinen. Zwei Beispiele von dieser Seite:

Wald. Es gibt keine einzige Regel, was ein „Wald“ ist. Die FAO zählt eine Fläche als Wald, wenn sie größer als einen halben Hektar ist, die Bäume höher als 5 Meter sind und die Baumkronen mehr als 10 % der Fläche bedecken. Dazu muss das Land vor allem als Wald genutzt werden. Äcker und Städte zählen nicht. Satellitenkarten wie Global Forest Watch zählen anders: Dort zählt jeder Bildpunkt, auf dem Bäume höher als 5 Meter stehen und die Kronen mindestens 30 % bedecken, auch auf Plantagen. Das Modell, das wir früher für den Wald genutzt haben, ordnet Bildpunkte einer Landbedeckung zu. Es lag für 2020 rund 290 Mio. Hektar von der FAO entfernt. Keine dieser Zahlen ist falsch. Sie messen Verschiedenes.

Treibhausgase. Manche Quellen zählen nur CO₂. Andere zählen alle Treibhausgase und rechnen sie in CO₂-Äquivalent um. Methan wirkt über 100 Jahre zum Beispiel wie 27 Tonnen CO₂. Beide Zahlen heißen oft „Emissionen“, sind aber nicht dasselbe. Deshalb steht bei „Pessimistisch“ ein Hinweis, und wir vergleichen es nicht mit den beiden anderen Szenarien.

Die Regel dahinter: Zwei Zahlen darf man nur vergleichen, wenn sie dasselbe messen. Wenn wir das nicht sicher wissen, sagen wir es.

Belege: FAO, Global Forest Resources Assessment (Waldbegriff); World Resources Institute, Global Forest Review (Satellitenkarten): Begriffe und Methoden ↗

Warum steht bei 2026 nicht überall eine Messung?

Du kannst auf der Startseite ein Jahr wählen. Das erste Jahr ist 2026. Aber nicht für jedes Thema gibt es schon einen Messwert für 2026. Manche Messreihen enden früher. Dann zeigt die Karte für dieses Jahr eine Rechnung oder eine Fortschreibung.

Was heißen „Optimistisch“, „Mittel“, „Pessimistisch“?

Das sind drei mögliche Wege in die Zukunft. Bei jedem Thema sind sie anders entstanden. Das ist wichtig, wenn du sie vergleichst.

Die Themen im Einzelnen

Treibhausgas-Emissionen

Was wir haben: Für Optimistisch und Mittel: Pfade des Climate Action Tracker (Stand 13. November 2025). Die Werte sind in „CO₂-Äquivalent“: alle Treibhausgase, umgerechnet in ihre Erwärmungswirkung. Der letzte echte Wert ist 2023, danach sind es Pfade. „Mittel“ ist der Durchschnitt aus der oberen und der unteren Grenze des Trackers. Der Tracker nennt dafür keinen eigenen Wert. Für Pessimistisch: ein älteres Modell des IIASA (Stand 2018) mit den Stützjahren 2020, 2030, 2040, 2050. Es zählt nur CO₂, nicht die anderen Gase.

Was fehlt: Für „Pessimistisch“ gibt es keinen aktuellen Pfad ohne Klimapolitik in CO₂-Äquivalent. Der Tracker beschreibt nur Politik, die umgesetzt oder zugesagt ist. Eine lange Reihe aus der Vergangenheit haben wir hier noch nicht eingebunden.

Was das für dich heißt: „Pessimistisch“ kannst du nicht direkt mit den anderen beiden vergleichen. Die Zahl kann niedriger sein als bei „Mittel“, obwohl der Weg schlechter ist. Der Grund: andere Gase, anderes Modell, anderer Stand. Das steht auch auf der Karte.

Temperaturanstieg

Was wir haben: Gemessene Jahreswerte von 1850 bis 2026 (Met Office Hadley Centre, Reihe HadCRUT5). Der Wert für 2026 ist ein Zwischenstand: Wir haben die Daten am 9. September 2026 geholt, das Jahr war noch nicht zu Ende. Ab 2027 nutzen wir die Szenarien des Instituts IIASA. Wir nehmen nur, wie stark es sich von Jahr zu Jahr ändert, und setzen diese Veränderung auf den Messwert 2026 (1,40 °C). So gibt es auf der Karte keinen Sprung.

Was fehlt: Das Modell kennt nur wenige Stützjahre (2030, 2040, 2050). Dazwischen zieht es eine gerade Linie. In Wirklichkeit schwankt die Temperatur von Jahr zu Jahr. Das wärmste Jahr unserer Reihe ist 2024 (1,53 °C). 2025 lag bei 1,41 °C.

Was das für dich heißt: Die Linie ab 2027 zeigt einen Weg, keine Vorhersage für ein einzelnes Jahr. Einzelne Jahre weichen nach oben und nach unten ab. Bis 2050 reichen die drei Wege von etwa 1,8 bis 2,4 °C über dem vorindustriellen Niveau.

Erneuerbare Energien

Was wir haben: Den Anteil von Wasserkraft, Wind, Sonne, Bioenergie und weiteren erneuerbaren Quellen an der weltweiten Stromerzeugung. Gemessen von 1900 bis 2025 (Ember, über Our World in Data), zuletzt 33,8 %. Für die Zukunft nutzen wir drei Szenarien der Internationalen Energieagentur (IEA, World Energy Outlook 2025): Pessimistisch ist „Current Policies“, Mittel ist „Stated Policies“, Optimistisch ist „Net Zero 2050“. Die IEA nennt Werte für 2035, 2040, 2050.

Was fehlt: Im freien Datensatz der IEA gibt es keinen Wert für 2030. Die Jahre zwischen 2025 und 2035 sind deshalb eine gerade Linie von uns. Die Karte zeigt nur Strom. Heizen und Verkehr sind nicht dabei. Der Anteil an der gesamten Energie ist ein anderer Wert, und den zeigen wir nicht.

Was das für dich heißt: Die Zahl 33,8 % meint hier: 33,8 von 100 Teilen Strom. Nicht: 33,8 von 100 Teilen Energie. Der Wert von 1900 (41,2 %) wirkt hoch. Damals war die Stromerzeugung klein und kam überwiegend aus Wasserkraft.

Meerestemperatur

Was wir haben: Gemessene Jahreswerte von 1950 bis 2026 (Met Office Hadley Centre, Reihe HadSST). Auch 2026 ist ein Zwischenstand (Abruf am 8. September 2026). Alle Werte sind der Unterschied zum Mittel der Jahre 1861 bis 1890.

Was fehlt: Vor 1950 haben wir keine Werte. Für die Zukunft gibt es keine Berechnung eines Instituts, die wir nutzen können. Wir haben den Trend der Jahre 1997 bis 2026 genommen: 0,0185 °C mehr pro Jahr. Diese gerade Linie führen wir weiter.

Was das für dich heißt: Die Linie stammt von uns, nicht von Fachleuten, und ist für alle drei Szenarien gleich. Die Zahl für 2050 heißt nur: So viel wäre es, wenn der Trend der letzten Jahre einfach weiterläuft.

Artensterben

Was wir haben: Den Red-List-Index (Rote-Liste-Index) von BirdLife International und der IUCN, aus der UN-Datenbank. Jahreswerte von 1993 bis 2025: von 0,806 auf 0,745. Der Wert 1 bedeutet: kein Aussterberisiko. Je kleiner der Wert, desto größer das Risiko.

Was fehlt: Der Index umfasst nur fünf Gruppen: Säugetiere, Vögel, Amphibien, Korallen und Palmfarne. Andere Gruppen, zum Beispiel Insekten, sind nicht dabei. Für 2050 gibt es keine offizielle Prognose. Wir nehmen die Veränderung der Jahre 2015 bis 2025 (minus 0,0023 pro Jahr) und führen sie als gerade Linie weiter. Optimistisch: halb so schnell. Pessimistisch: anderthalb Mal so schnell. Das sind unsere Annahmen.

Was das für dich heißt: Der Index zeigt eine Richtung für diese fünf Gruppen. Er sagt nicht, wie viele Arten insgesamt verschwinden. Die Zahlen für 2050 zeigen, was passiert, wenn der Trend so weiterläuft, nicht, was passieren wird.

Wasserbedarf

Was wir haben: Die Menge Süßwasser, die weltweit entnommen wird: 3.853 Mrd. Kubikmeter im Jahr 2022 (Weltbank, Daten der FAO). Das ist der letzte Weltwert, den es gibt.

Was fehlt: Nur dieses eine Messjahr. Eine Jahresreihe fehlt, deshalb gibt es auf der Karte keinen Rückblick. Für 2050 nennt der UN-Wasserbericht 2024 eine Spanne: 20 bis 45 % mehr. Wir nehmen 20 % für Optimistisch, 30 % für Mittel und 45 % für Pessimistisch und ziehen eine gerade Linie von 2022 bis 2050.

Was das für dich heißt: Wählst du zum Beispiel 2035, steht auf der Karte ein Punkt auf dieser Linie. Er ist nicht für das Jahr 2035 berechnet. Die Prozentzahlen sind eine Spanne aus einem Bericht, keine Prognose für jedes Jahr.

Waldfläche

Was wir haben: Die weltweite Waldfläche laut FAO (Landwirtschaftsorganisation der UN), Jahreswerte von 1990 bis 2025: von 4.343,5 auf 4.140,2 Mio. Hektar. Wo die FAO in einem Jahr nicht selbst erhoben hat, hat Our World in Data die Lücke mit einer geraden Linie gefüllt.

Was fehlt: Für 2050 gibt es keine offizielle Prognose, die zu den FAO-Zahlen passt. Wir nehmen den Verlust der Jahre 2015 bis 2025 (4,12 Mio. Hektar pro Jahr) und führen ihn als Linie weiter. Optimistisch: halber Verlust. Pessimistisch: anderthalbfacher Verlust. Das sind unsere Annahmen.

Was das für dich heißt: Wie groß die Waldfläche ist, hängt davon ab, wie man „Wald“ erfasst. Früher nutzten wir ein Modell des IIASA. Es lag für 2020 rund 290 Mio. Hektar neben der FAO. Deshalb sind wir zur FAO gewechselt. Vergleiche Waldzahlen nur, wenn sie aus derselben Quelle stammen.

Plastikproduktion

Was wir haben: Die Karte zeigt, wie viel Plastik weltweit genutzt wird (die Karte nennt das „Produktion“). Die Zahlen sind Modellschätzungen der OECD (Global Plastics Outlook 2022), Jahreswerte von 1990 (130 Mio. Tonnen) bis 2019 (460 Mio. Tonnen). Für die Zukunft nutzen wir die drei Szenarien der OECD: „Baseline“ (bei uns Pessimistisch), „Regional Action“ (Mittel) und „Global Ambition“ (Optimistisch). Dazu zeigt die Karte den Plastikmüll derselben Quelle: 2019 fielen rund 353 Mio. Tonnen an, davon rund 79 Mio. Tonnen falsch entsorgt oder weggeworfen.

Was fehlt: Auch das sind Schätzungen eines Modells, keine Messungen. Müll und falsch entsorgter Müll gibt es nur bis 2019. Müll-Prognosen gibt es im Datensatz nur für das Basis-Szenario, deshalb zeigt die Karte den Müll nicht für die Zukunft. Die Zahl, die viele eigentlich suchen, fehlt: wie viel davon in der Umwelt landet. Dafür gibt es weltweit keine Messung, nur Schätzungen, die teils um ein Mehrfaches voneinander abweichen. Die OECD schreibt selbst, dass Daten fehlen, um ihre Modelle zu überprüfen. Früher zeigte die Karte eine Reihe ab 1950 (Geyer u. a. 2017 über Our World in Data), bei der die Jahre 2016 bis 2018 nur fortgeschrieben waren, und 2050-Werte, die wir nicht belegen konnten. Wir haben beides durch die durchgehende OECD-Reihe ersetzt. Vor 1990 haben wir deshalb keine Werte mehr.

Was das für dich heißt: Nutzung, Müll und Müll in der Umwelt sind drei verschiedene Zahlen. Hergestellt ist nicht dasselbe wie weggeworfen, und weggeworfen ist nicht dasselbe wie in der Umwelt gelandet. Die Szenarien der OECD zeigen Politik-Wege: 2050 liegt die Nutzung im Szenario „Global Ambition“ bei 674 Mio. Tonnen, in der Baseline bei 976 Mio. Tonnen.

Weltbevölkerung

Was wir haben: Zahlen der Vereinten Nationen (World Population Prospects 2024) für die Jahre 1900 bis 2023. Für die Zukunft nutzen wir die „mittlere Variante“ der UN. Sie nennt Werte für 2027, 2030, 2040, 2050. Dazwischen ziehen wir gerade Linien.

Was fehlt: Schon die Jahre ab 2024 sind eine Vorausberechnung. Die UN rechnet auch mit höheren und niedrigeren Varianten. Wir zeigen nur die mittlere, weil nur sie als durchgehende Reihe frei verfügbar war. Darum zeigen wir keine Unsicherheitsspanne. Die Bevölkerung ist in allen drei Szenarien gleich, wir koppeln sie nicht an das Klima.

Was das für dich heißt: Die Zahl für 2050 (9,7 Mrd.) ist die mittlere Erwartung der UN, kein sicherer Wert.

Wasserstress

Was wir haben: Wie viele Menschen in Ländern leben, die unter hohem oder sehr hohem Wasserstress stehen. Hoher Wasserstress heißt: Ein Land entnimmt mindestens 40 % des Wassers, das ihm erneuerbar zur Verfügung steht. Die Einstufung der Länder kommt vom World Resources Institute (WRI, Aqueduct 4.0, Stand 2023), die Zahl der Menschen von der Weltbank (Stand 2024). Heute (2024) sind es 2,93 Mrd. Menschen, rund 36 % der Weltbevölkerung.

Was fehlt: Das ist ein Modell, keine Messung an jedem Ort. Das WRI sagt selbst, Aqueduct sei ein Werkzeug, um Risiken einzuschätzen. Wir haben keine Jahresreihe, nur drei Punkte: 2024, 2030, 2050. Dazwischen ziehen wir gerade Linien. Wir rechnen pro Land: Ein Land zählt ganz, auch wenn nur ein Teil davon unter Wasserstress leidet. Die Bevölkerung bleibt auf dem Stand 2024 eingefroren. Die Karte zeigt so nur, wie sich die Einstufung der Länder verschiebt, nicht dass es mehr Menschen werden.

Was das für dich heißt: Die drei Szenarien liegen 2050 fast gleich (2,95 bis 2,98 Mrd. Menschen). „Optimistisch“ liegt sogar minimal höher als „Pessimistisch“. Das ist kein Rechenfehler. Wasserstress hängt stark von Bewässerung und Industrie ab, nicht nur vom Klima.

Vertreibung durch Naturkatastrophen

Was wir haben: Jahreswerte von 2008 bis 2025 vom Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC). Im Jahr 2025 waren es 29,9 Mio. neue Vertreibungen. Gezählt werden Fälle, nicht Menschen. Wer im selben Jahr zweimal vertrieben wird, zählt zweimal. Es zählen alle Naturkatastrophen, auch Erdbeben. Im Jahr 2025 waren 27,2 von 29,9 Mio. wetterbedingt.

Was fehlt: Es gibt keine Prognose, und wir können keine seriöse eigene machen. Die Werte schwanken stark, je nach Großereignissen: 2024 waren es 45,8 Mio., 2025 nur 29,9 Mio. Deshalb setzen wir den letzten Wert waagerecht fort.

Was das für dich heißt: Die flache gestrichelte Linie sagt nicht „es bleibt so“. Sie sagt nur: Wir wissen es nicht. Ein künftiges Jahr kann viel höher oder viel niedriger liegen.

Wörter, die wir benutzen

Szenario:
ein möglicher Weg in die Zukunft unter bestimmten Annahmen. Keine Vorhersage.
Stützjahr:
ein Jahr, für das eine Quelle einen echten Wert nennt. Die Jahre dazwischen verbinden wir mit einer geraden Linie.
Zwischenstand:
ein Jahr, das beim Abruf der Daten noch nicht zu Ende war. Der Wert kann sich noch ändern.
Vorindustriell:
vor der Industrialisierung, grob vor 1850. Als Nullpunkt dient bei Temperatur und Meerestemperatur das Mittel der Jahre 1861 bis 1890. Die Szenarien des IIASA beziehen sich auf etwa 1850 bis 1900. Der Unterschied beträgt nur ein bis zwei Hundertstel Grad. Bei den anderen Themen schreiben wir „ältester Messwert“ und das Jahr, weil dort kein solcher Nullpunkt gilt.
CO₂-Äquivalent (CO₂e):
alle Treibhausgase, umgerechnet in ihre Erwärmungswirkung.
Red-List-Index:
misst, wie stark Arten vom Aussterben bedroht sind. 1 heißt: kein Risiko.

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Stand der Daten: abgerufen zwischen dem 8. September 2026 und dem 17. Oktober 2026.